Konzeptionen
Kurzgefasste Pädagogische Konzeption
„Eigentlich braucht jedes Kind drei Dinge:
Es braucht Aufgaben, an denen es wachsen kann,
es braucht Vorbilder, an denen es sich orientieren kann und
es braucht Gemeinschaften, in denen es sich aufgehoben fühlt.“
Prof. Gerald Hüther
Herzlich willkommen in meiner Kindertagespflegestelle Kinderladen Kittel KiKi für Null- bis Dreijährige!
KiKi steht umgangssprachlich für Kikifax kinderleicht ein Kinderspiel
Mein Leitbild lautet: Spielerisch entdeckt das Kind mit mir die Welt, in Leichtigkeit den Alltag lebend
Die Kindertagespflege ist eine wunderbare Betreuungsform für Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren für den Übergang aus dem behüteten Zuhause in ein zweites Zuhause mit mir als feste Bezugsperson, die die Grundbedürfnisse Ihrer Kinder genau beobachtet und aufgrund der individuellen Rahmenbedingungen prompt auf die Anliegen Ihrer Kinder eingehen kann.
Für den gleichen Elternbeitrag erhalten Sie für ihre Kleinen eine Bedürfniserfüllende Alternative zur Kinderkrippe mit einer kleinen Gruppe und weniger Reizen (Lautstärke, Luftqualität, geringere Krankenanfälligkeit), denn die Kinder verbringen in einem ruhigen Rahmen und in gemeinschaftlicher Vertrautheit in Leichtigkeit den Tag. Naturverbunden sind wir viel draußen und in Bewegung. Seit 2022 arbeite ich Tiergestützt mit Hündin Jolie und seit 2023 besitze ich ein Lastenfahrrad, das es uns ermöglicht, unsere Ausflüge mit weniger Wegzeit länger genießen können.
Vertretungsmodell
Mir steht mit angemieteten Räumen eine Basis- Ersatztagespflegeperson zur Seite.
Damit verbleiben Ihre Kinder in den gewohnten Räumen, die die Ersatzbetreuung für die Kinder erleichtert. Mit Franka Backhaus arbeite ich seit 2021 vertrauensvoll zusammen. Sie hat einen Kooperationsvertrag mit insgesamt bis zu vier Tageseltern und begleitet regulär unseren Gruppenalltag einmal wöchentlich, damit sie eine gute Bindung zu den Kindern aufbauen kann.
Unser Tagesablauf
Kleinen Kindern gibt ein verbindlich geregelter Tagesablauf Halt & Orientierung.
Das Tagesgeschehen orientiert sich individuell am Wohlbefinden, dem Rhythmus und den Themen der jeweiligen Gruppenkinder wie auch nach den Jahreszeiten.
Ein gelingender Ablauf erfordert geregelte Bringe- und Abholzeiten und klare Absprachen.
Bringen der Kinder bis 9:00 Uhr (Abmeldung bis 7:45/ Anmeldung nach Krankheit bis 18:00 am Vortag)
kurzer Austausch mit den Eltern zum Nachmittag und Schlaf des Kindes, Verabschiedung mit einem Übergaberitual an der magischen TürschwelleAbholen der Kinder 12:15 Uhr als Mittagskind/ 15 Uhr ohne Vesper/ ab 15:15 Uhr nach dem Vespern/ bis 15:45 Uhr mit einem Tür- und Angelgespräch über das
Tagesgeschehen
Die Kinder bekommen ihren alltäglichen Pendelrucksack vollständig gepackt (Windeln, Wechselsachen, Snackdose) mit.
Wir gehen nach dem Morgenkreis mit Obstfrühstück ca. 10:00 Uhr zur kalten Jahreszeit und 9 Uhr zur warmen Jahreszeit (Picknick draußen in der Natur) nach Draußen. Bei Ausflügen mit der S-Bahn (Salzgrotte Radebeul, Zoo u.a.) treffen wir uns direkt am S- Bahnhof Bischofsplatz.
11:00 Uhr sind wir in der Regel auf dem Heimweg je nach Durchhaltevermögen der Kinder, um im Anschluss das gemeinsam zubereitete Mittagessen in Ruhe und Stille genießen zu können. Das Schlafbedürfnis des einzelnen Kindes bestimmt die Reihenfolge des Zu Bettbringens.
Das Mittagessen
Ich koche gern selbst und beziehe die Kinder altersgemäß in die Essenszubereitung mit ein. Die grundlegenden Zutaten bekommen wir aus der Verbrauchergemeinschaft, aus dem Loseladen oder einer wöchentlichen Gemüsekiste. Das Mittagessen kostet 3,50 Euro. Jedes Kind bringt täglich Obst und Gemüse für Frühstück und Vesper zum Teilen mit.
Der Speiseplan gestaltet sich nach den jeweiligen Wochentags - Grundlagen:
Montag:
Nudel-Tag
Dienstag:
Risotto-Tag (Polenta/ Linsen/ Bulgur, Quinoa)
Mittwoch:
Auflauf-Tag
Donnerstag:
Suppen- Tag
Freitag:
Süß-Tag (Eierkuchen/ Quarkkeulchen/ Hirse- oder Grießbrei)
Mein Hauptaugenmerk liegt auf der achtsamen Wahrnehmungsfähigkeit und explorierenden und konzentrierten Selbstwirksamkeit der Kinder für ein gutes Miteinander. Ich praktiziere eine Bedürfnisorientierte Pädagogik und eine des Situationsansatzes. Bei Ritualen begleitet mich die Waldorfpädagogik und bei den >Übungen des praktischen Lebens< die Pädagogik von Maria Montessori. Wir sind täglich draußen und bevorzugen das Dasein in der Natur und im Wald. Mit unserem Lastenfahrrad sind wir flexibel und können weitere Distanzen erreichen und auch in andere Stadtteile radeln.
Spiel- und Bildungsbereiche
Ich befürworte überschaubare und klar strukturierte Spielmaterialien und Spielbereiche, die dem gemeinsamen Spiel und der Begegnung dienen: eine Koch- und Bauecke, eine Kuschel- und Puppenecke und bespielbare und funktionale Möbel. Die Spielbereiche sind so eingerichtet, dass die Kinder das Spielmaterial im offenen Regal gut erfassen, anfassen und herausnehmen können. Es gibt aber auch Spielmaterial, das sich die Kinder bewusst einfordern müssen (Thementabletts), sodass sich ein Gemisch von freiem und geplantem Spiel ergibt. Der Sächsische Bildungsplan setzt die Bildung des Kindes mit einer Selbstbildung gleich und untergliedert sich in sechs Bildungsbereiche.
Da die Kleinen im Hier & Jetzt leben, bevorzuge ich die Umsetzung des Bildungsplanes auf die unmittelbare Lebenswelt der Kinder und die Orientierung am und kindlichen Körper durch Gestenspiele und Bewegungslieder. Ich sorge drinnen und draußen für eine anregende Lernumgebung und entsprechend meiner Raumnutzungskonzeption für eine vorbereitete Umgebung.
Somatische und sozio- emotionale Bildung
Ich appelliere bezüglich ansteckender Erkrankungen an das Verantwortungsbewusstsein der Eltern ihrem Kind und den anderen Kindern mit ihren Familien und der Gesunderhaltung von mir und meiner Familie gegenüber und vereinbare dazu einen Anhang zum Betreuungsvertrag.
Die somatische Bildung sorgt sich um die kindlichen Grundbedürfnisse wie das der Geborgenheit, der Sicherheit, gesunden Schlaf, Genusserlebnisse beim Essen und der feinfühligen Pflege.
Mir ist die gesunde Entwicklung des kleinen Kindes in einer behüteten Gemeinschaft ein großes Anliegen. Damit meine ich die Erfahrung eines sicheren Platzes in der kleinen Gruppe mit verbindlichen Regeln, gegenseitigem Zuhören und der Achtung des Nähe- und Distanzwunsches des anderen Kindes.
Den Kindern bin ich Vorbild und zeige ihnen in Konfliktsituationen mögliche Handlungsmöglichkeiten auf. Ich ermutige die Kinder, sich im Konflikt klar mitzuteilen was es braucht oder einen Tauschhandel anzubieten.
Die Zubereitung unserer Mahlzeiten mit dem Abfüllen, Verrühren, Vermischen und Verkneten von Zutaten bringt eine sinnliche, kognitive und motorische Förderung der Kinder mit sich. Beim Windeln, An- und Auskleiden benenne ich die Kleidungsstücke, mein Tun und die Körperteile und gestalte die Vorgänge in der Abfolge nachvollziehbar für das Kind. Ich spreche mit kurzen Sätzen mit nur einer Information das Kind direkt an. Möchte ich, dass das Kind etwas tut, so stelle ich ihm keine Frage, sondern formuliere mit persönlicher Ansprache eine klare Bitte an das Kind. Die Wortschöpfungen der Kinder wiederhole ich fragend mit dem korrekten Wortlaut und Grammatik.
Die kindliche Sprachentwicklung fördere ich über die dialogische Buchbetrachtung, Morgenkreisgespräche, das gemeinsame Betrachten der persönlichen Fotobücher, Geschichtenlieder und Gestenspiele. Kinder haben von Natur aus das Bedürfnis, sich mitzuteilen und dafür räume ich ihnen ausreichend Zeit ein.
Ich als pädagogische Fachkraft bin Entwicklungsbegleiterin, Beziehungsgestalterin, Bezugsperson, Vermittlerin, Konfliktmanagerin, Lenkende und Strukturierende mit einer verlässlichen Verbindlichkeit und vollständigen Präsenz- den kleinen Kindern Halt, Orientierung und Geborgenheit schenkend.
Ich begleite die Kinder pädagogisch bei der
Bewegungsbildung/ Gleichgewichtsschulung (Grundlage für die Lernfähigkeit)
Selbstwahrnehmung/ Selbstbildung/ Exploration/ Autonomie
Erkenntnis der eigenen Grenzen und die der Anderen/ Regeln des Miteinanders (Aktion/ Reaktion/ Interaktion) und der eigenen Regulation
Das Kind ist von Anfang an eine eigenständige Persönlichkeit und braucht eine warmherzige Umgebung. Es darf spüren, dass es willkommen ist und es benötigt Bezugspersonen, die verlässlich sind.
Ich bevorzuge eine sinnvolle Mischung aus unterschiedlichen pädagogischen Strömungen: die klare räumlich festgelegte Struktur der Montessori- Pädagogik als auch die seelische Komponente der Waldorfpädagogik.
Wichtig sind mir Rollenspielbereiche, damit sich die Kinder spielerisch nachahmend mit ihrer Lebenswelt auseinandersetzen können. In der Kleinkindpädagogik überragt das Phänomen von Vorbild (pädagogische Fachkraft) und Nachahmung (das Kind).
Thementabletts (Zuordnen, Stecken, Schütten, Fädeln, Puzzeln, Arrangieren) stehen den Kindern auf Wunsch zur Verfügung als auch kleine Kisten und Gefäße, mit denen die Kinder das Einfüllen, Umfüllen und Ausleeren üben können. Für das Ein- und Ausräumen und Sortieren gibt es Körbe, die im erreichbaren Spielregal stehen oder auf Anfrage den Kindern gereicht werden. Ein Tag, der die Selbstwirksamkeit des Kindes anregt und fördert, ist ein gelungener Tag.
Elternarbeit
Die Eltern haben sich bewusst für die Betreuung ihres Kindes in der Kindertagespflege KiKi entschieden. Ich habe mich für drei Gesprächsformate vor Vertragsabschluss entschieden.
Die Kennenlernphasen einer neuen Familie gestalte ich folgendermaßen:
zum Erstgespräch mit beiden Eltern lade ich am Vormittag nach draußen ein, wenn uns die ETP begleitet. Die Eltern erleben mich mit den Kindern im alltäglichen Geschehen mit meinem pädagogischen Handlungsgeschick., lernen gleich die ETP kennen und es bietet sich die Gelegenheit für Fragen, Vorstellungen und Wünsche der Eltern.
Ich kann die Inhalte und Umsetzung meiner Arbeit praxisnah vorstellen als auch die Zusammensetzung der Kindergruppe. Das Erstgespräch im neutralen Draußen stellt die Weichen für eine mögliche Zusammenarbeit, dem ein zweites Gespräch in der Einrichtung folgt als auch das dritte Vertragsgespräch im Zuhause des Kindes. Zwischen erstem und zweitem Treffen ergeben sich organisatorische und inhaltliche Fragen.
Beim zweiten Treffen in der Kindertagespflegestelle kann ich den Eltern anhand des Raumnutzungskonzeptes meine Arbeit vor Ort vorstellen. Meine Konzeption händige ich beim ersten Kennenlernen als Grundlage für die zweite Begegnung aus. Beim zweiten Treffen erhalten die Eltern von mir den Betreuungsvertrag, der die Grundlage für unser drittes Treffen zum Vertragsabschluss im Zuhause des Kindes bildet.
Mir ist der Perspektivwechsel für eine gelingende Elternabend ein großes Anliegen. Bahnt sich ein Missverständnis an, hilft es mir, die elterliche Perspektive einzunehmen, da für die Eltern die Gegebenheiten der ersten Fremdbetreuung zunächst neu sind. Diese Wahrnehmungsschulung öffnete mir die Pforte zu einer neuen Qualität der Elternarbeit, um einer Betriebsblindheit im Arbeitsalltag entgegen zu wirken.
Eingewöhnung
Die Erziehungspartnerschaft beginnt mit der im Vorfeld kommunizierten und gut geplanten Eingewöhnungszeit.
Die Dauer, den Ablauf und die Gestaltung der Eingewöhnung bestimmt in erster Linie das einzugewöhnende Kind. Die eingewöhnende Bezugsperson, deren Bindungsqualität und Bereitschaft, das Kind mit einer liebevollen Klarheit der Fremdbetreuung anzuvertrauen und dem Kind diese Kompetenz zu zutrauen, bestimmt selbstverständlich ebenso den Prozess.
Grundlegend ist das Zutrauen, dass sich das Kind in Freiheit seine neue Umgebung und Bezugspersonen explorierend aneignen kann. Sie ist abgeschlossen, wenn das Kind aus sich heraus die Eltern verabschiedet.
Im Vorfeld besprechen wir Besonderheiten von Schwangerschaft, Geburt und der Wochenbettzeit und die Rahmenbedingungen für den Neustart als Familie. Ich habe einen Fragebogen dazu entwickelt, der auch den kindlichen Schlaf und die Rhythmen erfragt wie auch wichtige Bezugspersonen des Kindes als auch dessen gesundheitliche Entwicklung.
Die Eltern wünschen sich einen kleinen Leitfaden zur Eingewöhnung, um gut vorbereitet zu sein. Die Eltern entscheiden im Vorfeld, wer von beiden diese besondere Zeit begleitet. Ein Wechsel hat sich nicht als günstig erwiesen, da feste Routinen dem Kind Sicherheit und Halt bieten.
Die Eingewöhnung startet ca. einen Monat vor Betreuungsbeginn mit einem wöchentlichen Besuch am Vormittag im Freien. Dieses wöchentliche Treffen stellt eine gute Brücke zum Ankommen dar, da sie dem Kind einen Vertrauensvorschuss bietet.
Es schließen sich folgende Phasen an:
1. Woche: ca. 1.5 Stunden mit Elternteil: gleiche Zeit, Ort und Aktion
2. Woche: ca. 1,5 Stunden mit dem Elternteil, der sich zunächst für eine kurze Zeit und stufenweise für ein längeres Zeitfenster verabschiedet.
3. Woche: Elternteil verabschiedet sich mit Aufbruch zum Ausflug und kommt nach dem Mittagessen verbindlich wieder.
Ich wünsche mir von den Eltern ein Foto ein kleines Fotobuch mit seinen Bezugspersonen und den Eltern am Arbeitsplatz, damit die Kinder verstehen, wo und wie ihre Eltern den Tag verbringen während sie den Tag in der Kindergruppe von mir betreut werden.
Gelingende Erziehungspartnerschaft
Ehrliche Kommunikation und Transparenz & Vertrauen bilden für mich die drei Säulen einer gelingenden Erziehungspartnerschaft und befördern das Ankommen und Wohlbefinden der Kinder.
Dafür nutze ich die regelmäßigen Tür- und Angelgespräche und für akute Themen meine telefonische Sprechzeit in der Mittagszeit. Für konfliktreiche Themen kann beidseitig die Form der E-Mail genutzt werden, die die Grundlage für ein darauffolgendes Elterngespräch bilden.
Elternnachmittage, zu denen auch die Geschwisterkinder herzlich eingeladen sind, bilden ein Fundament für eine vertrauensvolle Erziehungspartnerschaft und ein wertschätzendes Miteinander und dienen der Vernetzung der Eltern. Dieses Format bietet zudem auch die Möglichkeit für Einzelgespräche. Die Elternnachmittage finden auf einem Spielplatz mit einem Spielbereich drinnen bei kühlerem Wetter statt.
Für Elternabende bieten sich Themen aus aktuellen Weiterbildungen wie die Mundgesundheit, Sprachentwicklung, die Ausbildung des eigenen Willens oder die Sauberkeitserziehung an.
Nach Eingewöhnungen und vor dem Übergang in den weiterführenden Kindergarten bieten sich Entwicklungsgespräche mit Rück- und Ausblick im Zuhause des Kindes an.
Kurzgefasste Konzeption > Tiergestützte Pädagogik <
Kindertagespflegestelle Kinderladen KiKi Sylvia Kittel
Hechtstraße 27 - 01097 Dresden
„Den einzigen unbedingt selbstlosen Freund, den ein Mensch in dieser eigensüchtigen Welt haben kann, der ihn niemals verlässt, der sich niemals undankbar erweist oder als verräterisch, ist der Hund“ (George Graham West, O.J.).
“Das Band mit einem treuen Hund ist ewig, wie Bindungen zwischen Lebewesen dieser Erde überhaupt nur sein können.” (Konrad Lorenz)Hündin Jolie geboren im März 2021, gelehrige und sanftmütige mittelgroße Mischlingshündin Jolie ist eine unaufgeregte und zurückhaltende Hündin, die bei aufkommender Unsicherheit meinen Schutz sucht, sich defensiv verhält und sich deshalb sehr gut eignet für den Einsatz in der Kindertagespflege. Jolie hat durch ihr Hundetraining gelernt, ihre Unsicherheiten zu regulieren und mir deutlich an zu zeigen was sie braucht, um sich sicher zu fühlen. Diese Fähigkeit erleichtert das Miteinander im pädagogischen Raum. Jolie ist mit dem schriftlichen Einverständnis der Eltern seit 01 2022 erfolgreich in die Kindertagespflegestelle integriert. Jolie trainiert bei professionellen Hundetrainerinnen mit dem Schwerpunkt auf der Beziehungsarbeit und der körpersprachlichen Kommunikation seit 2022 mit
folgenden Formaten und Inhalten:
Einzeltraining/ Gruppentraining/ Workshops/ Mantrailing (Suchhundetraining- zur Menschensuche)/ Canicrossing (Lauftraining mit Zuggeschirr)/ Tough Hunter (Hindernisläufe mit Zuggeschirr)/ Impulskontrolle& Frustrationstoleranz als Grundlage des Alltagstrainings/ Dogtalk (Hundekommunikation). Durch ihre Trainingseinheiten ist Jolie konditionell und kognitiv gut ausgelastet.
Meine Kindertagespflegestelle zeichnet sich seit Januar 2022 durch die Tiergestützte Pädagogik mit Jolie aus und die Eltern entscheiden sich bewusst für die Einbeziehung der Hündin als Lernbereicherung ihrer Kinder im Umgang mit dem Tier.
Tiergestützte Pädagogik
Die meisten Kinder reagieren freudig und interessiert auf Tiere. Sie wollen sie beobachten, anfassen, mit ihnen spielen und kuscheln. Kinder suchen in Tieren Vertraute und Gefährten in Situationen, in denen sie sich unsicher oder unverstanden fühlen.
Ein Hund in der Einrichtung stärkt die Kompetenz im Umgang mit einem Gegenüber aus der Tierwelt, der ihnen eine direkte Rückmeldung auf ihr Verhalten im Hier und Jetzt gibt. Die Einbeziehung eines Hundes in einer Einrichtung für Kindertagesbetreuung kann bei einer verantwortungsbewussten Tierpädagogik das emotionale Erleben bei Kindern positiv bestärken. Die bloße Anwesenheit des Hundes kann eine Steigerung des Wohlbefindens, der Lebensfreude oder die Überwindung von Unsicherheiten bewirken.
Tiergestützte Pädagogik bezieht sich auf den Einsatz von Tieren im pädagogischen Kontext. Die Tierpädagogin ist persönlich und fachlich geeignet und verfügt über die notwendige Sachkompetenz zum Wesen des Tieres und dessen Verhaltensspektrum. Der sichere Umgang des Kinders mit dem Tier und die Akzeptanz von Nähe -und Distanzverhalten werden geschult. Die Kinder erlernen durch die stille Anwesenheit von Jolie das Respektieren ihres Raumes und die Wahrung ihres Grenzbereiches in der Begegnung mit ihr.
Was darf unsere Hündin wann? Die Kinder lernen, dass Jolie ausschließlich auf mich hört. Die Kinder erfahren allerdings auch selbstwirksam, dass Jolie auf ihr „Nein“ hört, falls sie sich ihnen in meinem Beisein zu sehr nähert. Mein Verständnis der Tiergestützten Pädagogik ist, dass unsere Hündin drinnen inaktiv unseren Alltag mit begleitet und sie uns draußen überrascht mit ihren Ideen, wenn sie sich unter dem Kletterbalken durchschiebt oder im Wald auf dem Baumstamm balanciert u.v.m.
Die Kinder erleben unmittelbar die emotionalen Reaktionen unserer Hündin auf ihre Umwelt draußen im öffentlichen Raum (laute Müllautos, Baustellen oder verkehrsreiche Straßenkreuzungen) und die Kinder beobachten wie ich mich verhalte, um Jolie zu bestärken.
Draußen in der Natur kommen die Kinder individuell auf Jolie zu, wenn sie das Bedürfnis haben und streicheln sie einfach nur oder beobachten sie oder halten stolz die Leine mit mir. Unsere Hündin motiviert die Kinder zum Laufen, weil es ihnen Freude bereitet, gemeinsam mit dem Tier zu wandern. Was lernen Kinder beim Umgang mit Hunden?
Im Umgang mit unserer Hündin lernen die Kinder allmählich das Tier und dessen Körpersignale zu lesen, je nach Interesse sich in den Vierbeiner einzufühlen, seine Bedürfnisse zu erkennen und verantwortungsvoll mit ihr umzugehen. Dadurch entwickeln sie eine Achtsamkeit nicht nur gegenüber der Fellnase, sondern auch gegenüber anderen Kindern. Die feinfühlige Wahrnehmung wird durch den Motivator Hund gestärkt. Viele Kinder haben wenig Möglichkeiten, intensive Kontakte zu Tieren aufzubauen. Ich ermögliche den Gruppenkindern, im geschützten Rahmen eigene, positive Erfahrungen im Kontakt mit unserer Hündin zu machen. Berührungsängste können mit meiner professionellen Begleitung abgebaut werden.
Die Kinder erfahren im Gruppenalltag, dass Jolie auch Fürsorge erfährt, dass sie ein Halsband, ein Geschirr und eine Leine benötigt, wenn wir nach draußen gehen oder einen Regenmantel, wenn es regnet.
Meine Rolle
Jolie ist genau richtig in der Kindertagespflege, da sie sich von den Kleinen nicht aus der Ruhe bringen lässt. Als Vermittlerin zwischen der Hündin und den Kindern führe ich die Regeln des Miteinanders ein. Die Balance von Begegnung und Rückzug kommuniziere ich als verantwortungsvolle Kleinkindpädagogin und Hundehalterin je nach Situation, Möglichkeit, Gegebenheiten und Bedürfnissen von Kind und Hund.
Ich sorge für eine gefahrenfreie Umgebung der Kinder. Da ich flexibel gestaltbare Einrichtungsräume habe, kann ich im Zeitraum der Eingewöhnung eines Kindes individuell reagieren und das Setting der Hundebegegnung sicher für das Kind und die Hündin gestalten.
Ich kommuniziere mit neuen Eltern warum ich die ersten Hundebegegnungen wie gestalte und mache sie mit dem Wesen unserer Hündin bekannt mit allen ihren Eigenheiten und ihrer Hundepersönlichkeit. Ich arbeite bevorzugt mit vier Kindern, um die Tiergestützte Pädagogik durchdacht und professionell praktizieren zu können. Stärkung des Selbstwertgefühls Für Kinder, die nicht sicher gebunden sind oder sich nicht verstanden fühlen oder die besonders in ihrer Entwicklung sind, ist die Tierpädagogik eine enorme Bereicherung und ein Zugewinn gerade in der Kindertagespflege mit einer Bezugsperson für bis zu fünf Kindern.
Der Hund begegnet dem Kind unvoreingenommen, das dadurch so sein darf wie es ist, ohne für sein Verhalten gewertet zu werden. Das Tier reagiert prompt und gibt dem Kind eine authentische Rückmeldung durch seine eindeutige körpersprachliche Kommunikation und Laute. Der Hund ist als stiller Zuhörer eine wertvolle Ressource, da er verbindlich präsent ist und damit Sicherheit ausstrahlt.
Förderung des Sozialverhaltens
Tiergestützte Pädagogik fördert und stärkt die sozialen Kompetenzen der Kinder.
Die Kinder erlernen die Regeln der Tierbegegnung, die Körpersprache des Hundes und erfahren das Phänomen von Nähe und Distanz, denn Jolie ist eine eigenständige Persönlichkeit wie sie selbst auch. Die Kinder erfahren mit Jolie, dass auch sie fröhlich, traurig, müde, aufgeregt oder ungeduldig sein kann und reagieren entsprechend feinfühlig und interessiert und bilden sich im Einfühlen (sozial- emotionale Kompetenz).
Durch das Streicheln des weichen Fells und das Fühlen der Wärme des Tieres erleben Kinder ein wohliges Gefühl von Geborgenheit. Zudem lassen sie Nähe zu und können ein Türöffner sein für Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten.
Jolie ist im pädagogischen Alltag der Kindertagespflege fast täglich anwesend und in vielfältige Aktivitäten der Kinder begleitend integriert. Dabei hat jedes Kind seinen individuellen Rhythmus und sein eigenes Tempo, um das Vertrauen zu ihr aufzubauen. Es entscheidet jeweils frei, ob und wann es Kontakt aufnehmen möchte. Kein Kind wird dazu gedrängt.
Der Hund ist ein soziales Wesen und hat das Grundbedürfnis, in das Alltagsgeschehen seiner Bezugspersonen integriert zu werden.
Im Arbeitskontext muss sich Jolie vom Status her umso mehr unterordnen, da die angemieteten Räum eine Klarheit mit vorgegebenen Plätzen mit sich bringt.
Jolie hat aus hygienischen Gründen weder einen Zugang zum oberen Raum mit Schlafbereich noch zum dahinterliegenden Bad.
Rahmenbedingungen
Leinenpflicht draußen/ Kompetenztraining gegenüber Fremdhunden/ Hundebox In Situationen von Übergängen verbleibt Jolie allein im vorderen Ladenbereich auf den für sie vorgesehenen Plätzen, die ihr Sicherheit bieten. Wir holen sie dann an der Ladentür vorn zum Ausflug ab und bringen sie dahin wieder zurück.
Da sie eine Hundeerziehung auf der Beziehungsebene von Anfang an erfahren hat, passt sie sich uns und unseren Abläufen als Alltagsbegleiterin an und sie ordnet sich dem individuellen Tagesablauf je nach Alter und Bedürfnissen und Interessen der Kinder unter.
Jolie ist kein auf Spielzeug getrimmter Hund, sodass sich in der Kindertagespflegestelle kein Hundespielzeug befindet und die Kinder draußen ungestört mit Bällen spielen können. Mein Betreuungs- und Bildungsauftrag ist durch die Integration der Hündin nicht beeinträchtigt, sondern in genannten Bildungsbereichen förderlich für kleine Kinder. In Kennenlerngesprächen mit neuen Eltern bespreche ich die Konzeption mit Hund ausführlich und gehe auf ihre Fragen und Bedenken wertschätzend ein.
Mögliche Allergien besprechen wir im Vorfeld. Ich betreute schon Kinder mit chronischen Atemwegserkrankungen unter Einbeziehung von Jolie und erfahrungsgemäß blieb der Gesundheitszustand unbeeinträchtigt.